Project documentation

Pohlmann, Carola:

KUR-Projekt: Stabilisierung zerfallsgeschädigter Zeitungsseiten
(Stabilization of brittle newspaper pages)

01.06.2008 to 31.12.2011

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Arbeitsschritt: Die fertig laminierten Seiten werden aufgerollt und später passgenau geschnitten (Fotos: Christoph Albers, 16.12.2011)
Arbeitsschritt: Die fertig laminierten Seiten werden aufgerollt und später passgenau geschnitten (Fotos: Christoph Albers, 16.12.2011)
Ein großer Teil der in Bibliotheken und Archiven im Original aufbewahrten Zeitungen ist vom Zerfall bedroht. Von der Mitte des 19. Jahrhunderts an zunehmend Papiere aus holzschliffhaltigem Material für den Druck eingesetzt. Die Leimung des Papiers mit Alaun führt im Alterungsprozess zum Papierzerfall. Dieser „Säurefraß“ genannte Vorgang ist bei zahlreichen Druckschriften seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nachweisbar, zeigt aber bei Zeitungen, die meist auf billigem Papier und in großen Formaten gedruckt wurden, besonders gravierende Schadensbilder.
Ohne den Einsatz geeigneter Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen können diese bedeutenden und von Forschern häufig nachgefragten historischen Quellen weder dauerhaft aufbewahrt, noch verfilmt oder digitalisiert werden.

Die herkömmlichen Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen sind aus unterschiedlichen Gründen nicht geeignet, dem Verfall Einhalt zu bieten: Entsäuerungsverfahren stoppen zwar den Zersetzungsprozess, führen jedoch nicht zu einer Stabilisierung des Papiers. Die Verfahren des manuellen und des maschinellen Papierspaltens sind zu aufwendig und damit zu teuer, um für Massenprodukte wie Zeitungen eingesetzt werden zu können. Papierspaltverfahren sind deshalb lediglich im Ausnahmefall für besonders wertvolle Objekte anwendbar.

Ziel des Projekts war es, ein innovatives und kostengünstiges Verfahren zur Stabilisierung vom Zerfall bedrohter Zeitungsseiten des Zeitsegments ab 1860 zu entwickeln.
Dazu mussten zunächst verschiedene alternative Technologien auf ihre Eignung für stark geschädigte Zeitungen geprüft werden. Das favorisierte Verfahren, das prinzipiell für den Masseneinsatz geeignet sein muss, sollte in einem Pilotprojekt an 5.000 Zeitungsseiten erprobt werden.
Das Verfahrenskonzept bestand aus drei Teilen:
1. Paginieren der Zeitungsseiten und Erfassen der Schadensbilder, Auftrennen der Papierstapel (Lösen der Bindung der Zeitungsbände)
2. Abheben der Einzelseiten vom Stapel durch das Aufbringen einer adhäsiven Folie
3. Stabilisierung der Einzelseiten

 
Table of contents

1. Allgemeine Angaben zum Projekt

2. Ausgangssituation/ -fragen und Zielsetzung

3. Durchführung (Abweichungen gegenüber der ursprünglichen Planung, Probleme in Projektorganisation und technischer Durchführung)

4. Ergebnisse (erreichte – und nicht erreichte – Meilensteine, Bewertung der Ergebnisse und Erfahrungen)

5. Beteiligte Kooperationspartner (Aufgabenverteilung zwischen den Partnern, Effekte der Kooperation, Erfahrungen mit fachübergreifender Zusammenarbeit)

6. Transfermöglichkeiten und -aktivitäten (erfolgreiche Ansätze für andere zugänglich und nutzbar machen)

7. Rückblick auf die Resonanz in der Fach- und nichtfachlichen Öffentlichkeit, Auflistung der Vermittlungsaktivitäten

8. Ausblick (Forschungs-, Konservierungs- und Restaurierungsbedarf, der sich aus dem Projekt ergibt; langfristige, nachhaltige Auswirkungen)

Anlagen (stehen ebenfalls in dieser Datenbank zum Download zur Verfügung):

Holländer, Andreas:
„Stabilisierung zerfallsgeschädigter Zeitungsseiten“ Projektbericht vom 18.1.2010 und die Ergänzung
"Schnitttechnik“, vom 3.4.2012

Gomez Sanchez; Elena; Simon, Stefan:
Untersuchungsbericht 86_051110 vom 30.4.2012



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DOI (Digital Object Identifier)

10.5165/hawk-hhg/56

Participants

  • Carola Pohlmann (Author)
    Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
    E-Mail: carola.pohlmann@[Diesen Teil löschen]sbb.spk-berlin.de
    Homepage: www.staatsbibliothek-berlin.de
  • Andreas Holländer
    Fraunhofer-Institut für angewandte Polymerforschung, Potsdam-Golm (IAP)
  • Elena Gomez Sanchez, Stefan Simon
    Rathgen-Forschungslabor der Staatlichen Museen zu Berlin