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Saß, Manfred; Hellstern, Armin; Schäfer, Herman; Kirchner, Karin; Facius-Kaiser, Egon:

Modellhafte Konzeptentwicklung zur Konservierung umweltgeschädigter Brüstungselemente der Münster Freibung und Ulm (Baden Württemberg)

04.09.2001 to 04.03.2003

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Maßwerksbrüstung Ulmer Münster, Galerien Seitenschiff Nord: Detail des Brüstungsabschnitts nach dem Weidereinbau Agust 2004 (Foto: Münsterbauhütte Ulm)
Maßwerksbrüstung Ulmer Münster, Galerien Seitenschiff Nord: Detail des Brüstungsabschnitts nach dem Weidereinbau Agust 2004 (Foto: Münsterbauhütte Ulm)
Ausgangspunkt für das Vorprojekt war die Überlegung ein anwendungsbezogenes Forschungsprojekt zum Erhalt der Brüstungselemente des Freiburger Münsters aus Buntsandstein und des Ulmer Münsters aus Schlaitdorfer Sandstein durchzuführen.
An den beiden Münstern Freiburg und Ulm kommen starke Verwitterungsschäden an den Brüstungselementen aus dem Mittelalter, dem 19. Jh. und den 30er Jahren vor, die im erheblichen Maße auch auf die Umweltbelastungen und exponierte Lage der beiden Bauwerke zurückzuführen sind.
Es sind hier verschiedene restauratorische und konservierende Maßnahmen notwendig, um die originalen Brüstungselemente zu erhalten. Hierzu ist es erforderlich die Originalsubstanz ohne Materialschädigung auszubauen. Die Schwierigkeit bestand darin, dass die Brüstung nicht aus einem Element sondern aus den vertikal aufgestellten Maßwerksteilen, den horizontal aufgebrachten Abdeckern und den Fuß/Gesimsprofilteilen zusammengesetzt ist. Der Steinschnitt ist an den verschiedenen Brüstungen der beiden Münster Freiburg und Ulm ganz unterschiedlich angelegt, so dass ein geeignetes Abbaukonzept zu erarbeiten ist, das den Verlust originaler Bausubstanz so gering wie möglich hält. Ein weiteres Problem ist der Verband der Bauteile untereinander, die über Blei- und Mörtelfugen zusammengefügt sind. Die Bauteile müssen in diesen sehr schmalen Fugenbereichen aufgetrennt werden. Dabei müssen die Klammer- und Dübelverbindungen so getrennt werden, dass die Maßwerksteile nicht beschädigt werden.
Ziel dieser Arbeit war, einen Substanzschonenden Ausbau durchzuführen, der es dann ermöglicht stark geschädigte Bauteile mit Hilfe des Acrylharzvolltränkungsverfahrens (AVT-Verfahren) langfristig zu schützen.
In einem ersten Arbeitsschritt wurde die Aufnahme des Ist-Zustandes (Material-, Schadenskartierung und frühere Maßnahmen) vorgenommen, um festzustellen welche Brüstungselemente aufgrund ihres Schadenausmaßes für eine AVT bzw. herkömmliche Restaurierung in Frage kommen. Es wurden daher ausführliche Dokumentationen zu den Schadensphänomenen an den Brüstungselementen in Freiburg und Ulm durch die beiden Münsterbauhütten angefertigt. Die grafische Dokumentation ist der „Kartierungs-CD" zu entnehmen.
Verdeckte Schadenbereiche wurden durch eine zerstörungsfreie Prüfmethode (Ultraschallmessungen) dargestellt. Zur näheren Charakterisierung der Natursteine an den Objekten wurden mikroskopische Dünnschliffuntersuchungen, Röntgenfeinstrukturanalysen, Porositätsmessungen, Messungen zur hygrischen und thermischen Dehnung, Permeabilitätskennwerte und das Wasseraufnahmeverhalten ermittelt.
In Zusammenarbeit mit einem Hersteller einer hydraulischen Wandsäge wurden in Freiburg und Ulm verschiedene Vorrichtungen zum Anbau der Sägeeinrichtung und der Sägevorgang selbst an die jeweiligen Gegebenheiten Vorort angepasst.
Die von den Münsterbauhütten unter Zugrundelegung der Material- und Schadenkartierung ausgewählten, stark geschädigten Brüstungselemente wurden nach einer restauratorischen Vorbehandlung der AVT zugeführt.
(Auszug Endbericht 2004: Einleitung)



Gefördert durch die DBU



Dieses Projekt wurde gefördert durch
die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
AZ 18686/01

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10.5165/hawk-hhg/131

Participants

  • Manfred Saß (Author)
  • Armin Hellstern
  • Herman Schäfer
  • Karin Kirchner
  • Egon Facius-Kaiser
    Facius-Kaiser Restaurierungswerkstätte GmbH
  • Jutta Zallmanzig
    Deutsches Bergbau-Museum Bochum