Grundsätze und aktuelle Fragen der Erhaltung moderner und zeitgenössischer Kunst

Symposium der Fakultät Erhaltung von Kulturgut mit Festvortrag von Jaap Brakke und Verleihung des Hildesheimer Lions-Preis

Ort: Hildesheim, Goschentor 1
Zeit: 21.01.2010, 10:00 - 17:15 Uhr,
mit anschließendem Abendprogramm

Programm 

Abstracts der Vorträge

Praktische Informationen

Welche neuen Fragen und Herausforderungen stellen die Erhaltung, Konservierung und Präsentation moderner und zeitgenössischer Kunst an die Fachwelt? Welche grundsätzlichen, methodischen und technischen Unterschiede gibt es bei der Behandlung alter und neuer Kunst? Diese lange Zeit vernachlässigten Themen werden in der heutigen restauratorischen Berufspraxis immer wichtiger. Sie führen zu verstärkter interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Museen und zahlreichen Institutionen, die sich mit der Präsentation und Vermittlung moderner und zeitgenössischer Kunst befassen.

Im Januar 2009 hat die Fakultät Erhaltung von Kulturgut der Fachhochschule Hildesheim mit dem internationalen Fachsymposium "Theory and Practice in the Conservation of Modern Art: Reflections on the Roots and the Perspectives", theoretische Positionen zur Erhaltung moderner und zeitgenössischer Kunst und ihre Auswirkungen auf die Praxis vorgestellt; die Beiträge erschienenv2010 in Buchform.

Diese sehr erfolgreiche Auftaktveranstaltung soll nun mit regelmäßigen Fachsymposien weitergeführt werden. Zu den Schwerpunkten dieser Fachsymposien werden die theoretischen Grundlagen der Erhaltung moderner und zeitgenössischer Kunst und die vielfältigen Anforderungen der alltäglichen Praxis gehören. Damit soll ein Forum entstehen, das international renommierte Experten und Fachleute aus der Berufspraxis mit Studierenden und Absolventen/innen der Fakultät Erhaltung von Kulturgut zusammenbringt und zu einem regen Austausch von Ideen und praktischen Erfahrungen führt. Den Zuhörern bietet sich dabei auch die Gelegenheit, die Arbeitsergebnisse der Absolventen/innen der Fakultät, die sich in ihrer Master-Thesis mit einem Thema der Erhaltung moderner Kunst befasst haben, kennenzulernen.

Das eintägige Symposium über "Grundsätze und aktuelle Fragen der Erhaltung moderner und zeitgenössischer Kunst", präsentiert von Prof. Dr. Ursula Schädler-Saub und Prof. Dr. Michael von der Goltz, wendete  sich an alle Fachleute und Studierende.

Für das Symposium konnte mit der Restauratorin und Kunsthistorikerin Frau Dr. Hiltrud Schinzel eine international renommierte Expertin als Hauptreferentin gewonnen werden. Sie gehört zu den Pionieren auf dem Gebiet der Erhaltung moderner und zeitgenössischer Kunst; seit den 90er Jahren hat sie sich insbesondere mit theoretischen und ethischen Fragestellungen auseinandergesetzt und diese Positionen immer wieder an praktischen Beispielen verifiziert. In zwei Vorträgen ging Hiltrud Schinzel auf Grundsatzfragen ein und präsentierte ein aktuelles Erhaltungsprojekt.

Da die Erhaltung moderner und zeitgenössischer Kunst sehr häufig eine Auseinandersetzung mit ungewöhnlichen Materialien und ebenso ungewöhnlichen künstlerischen Vorstellungen über den Verfall dieser Materialien mit sich bringt, hielt Prof. Dr. Karin Petersen von der HAWK einen Vortrag über die damit verbundenen mikrobiellen Probleme.

Die Restauratorinnen Anja Brigitta Jacobsen M.A., Antonia König M.A. und Christine Korb M.A., die an der Fakultät Erhaltung von Kulturgut der HAWK studiert und sich in ihren Masterthesen im Sommersemester 2009 mit Fragen der Erhaltung moderner Kunst befasst haben, stellten die Ergebnisse ihrer Arbeiten vor. Die vorgestellten Themen boten Anlass für Diskussionen und Erfahrungsaustausch, wofür das Programm des Symposiums auch genügend Raum vorsah.

Die Veranstaltung wurde abgerundet mit einem Festvortrag des Direktors des Niedersächsischen Landesmuseums Hannover, Jaap Brakke.

Abschließend fand die traditionelle Verleihung des Hildesheimer Lions-Preises für eine herausragende Abschlussarbeit der Fakultät Erhaltung von Kulturgut statt.

Hintergrundbild des Plakats: "Yellow allocation" von Franziska Megert, 2009; (c) HAWK, 2009