Hildesheimer „Curieuser Kunst- und Werck-Spiegel“ 2010

Symposium der Fakultät Erhaltung von Kulturgut
zur Werkstoffgeschichte und Kunsttechnologie
Jirina Lehmann zum 70. Geburtstag

Zeit: 6. November 2010, ganztägig
Ort: HAWK Hildesheim, Hohnsen 2 (Aula)
Organisation: Dipl.-Rest. Ina Birkenbeul, Dipl.-Rest. Ralf Buchholz, Prof. Dr. Maierbacher-Legl

Anmeldefrist: 31.10.2010

Programm (pdf 68 KB)

Abstracts

Praktische Informationen

Werkstoffgeschichte, die Verbindung der schriftlichten Quellenaussagen mit dem technologischen Befund am historischen Original, ist ein zentrales Forschungs- und Lehrgebiet der Jubilarin. In dem Bewusstsein, dass viele kunsttechnologische Untersuchungsergebnisse, die bei der restauratorischen Befundsicherung sozusagen „anfallen“, unpubliziert und der Fachwelt damit vorenthalten bleiben, wollte die Fakultät mit dem Symposium ein Forum bieten, interessante Funde aus der Praxis vor- und zur Diskussion zu stellen.

Der call for papers erbrachte eine große Vielfältigkeit an Themen, die nun von den OrganisatorInnen zu einem Programm zusammengestellt wurde, das die spezifischen Fragestellungen, die angewandten Untersuchungsmethoden und aktuelle Forschungsergebnisse der Kunsttechnologie anhand ausgewählter Beispiele zur Sprache brachte. Verschiedene Kunstgattungen mit ihren Materialien und Techniken wurden zur Ausleuchtung dieser primär restauratorischen Disziplin herangezogen.

Die Teilnehmer des Symposiums erlebten ein sehr abwechslungsreiches Programm:
So sprach beispielsweise Hans Michaelsen zur Geschichte und Technologie farblich gestalteter Dielenböden und Jens Klocke unter der Frage „Echt oder falsch?“ über einen Indizienprozess aus kunsttechnologischer Sicht.
Andere Vortäge fokussierten auf bestimmte Kunstwerke, wie z.B. auf den Wandmalereizyklus aus der Liboriuskapelle zu Creuzburg oder den spätmittelalterlichen Marienaltar im Kloster Wienhausen.

Aber die Projekte waren keinesfalls nur auf den niedersächsischen Kulturkreis begrenzt. Tjalda Eschebach sprach unter dem Titel „Rote Farblacke in der Wandmalerei“ über eine Plafondmalerei im Antikentempel im Park Sanssouci in Potsdam von 1769, die im Rahmen eines Projektes der Fachhochschule Potsdam untersucht wurde. Schließlich, bei einem Symposium der Hildesheimer Fachhochschule mit seiner bundesweit einzigen ordentlichen Professur für Mikrobiologie in der Kulturguterhaltung wenig erstaunlich, bekamen die TeilnehmerInnen auch aus diesem Bereich neue Forschungsergebnisse vorgestellt: Julia Schultz referierte zum Thema "Dem Leim auf der Spur".

Den Festvortrag hielt Bernd Bünsche, die Laudatio Cornelia Weyer.

Plakat Hildesheimer "Curieuser Kunst und Werck-Spiegel" 2010; (c) HAWK