Tagungsbeitrag

Merzenich, Christoph:

Prävention in der Restauratorenausbildung

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In der Bundesrepublik Deutschland bieten acht Hochschulen unterschiedlichen Typs (Akademien, Fachhochschulen, Universitäten) das Studium der Konservierung und Restaurierung an.

Entsprechend nationaler und internationaler Standards gehört das Lehrgebiet der präventiven Konservierung zum festen Bestandteil ihres Studienprogramms - doch mit welchem Grad der Vertiefung? Die zunehmende Verwissenschaftlichung des Berufes des Konservators/Restaurators führte zu einer kontinuierlichen Zunahme der zu vermittelnden Kenntnissen und Fähigkeiten.

Dieses Problem wurde von den Studiengängen "Konservierung/Restaurierung" unter anderem dadurch gelöst, dass während der letzten Jahrzehnte eine immer stärkere Differenzierung (und Neueinrichtung) von Spezialisierungsgebieten vorgenommen wurde.

Ein kurzer Überblick über die Anfänge des Restauratorenstudiums, die augenblicklichen Lehrinhalte und Ausbildungsziele macht deutlich, dass es ein vorrangiges Ziel der Hochschulen ist, Fachleute auszubilden, die durch gezielte Eingriffe in das Kunstwerk – sei es in Form des Konservierens allein des Materials oder in Form des Restaurierens auch der Erscheinung - dessen "Lebenserwartung" erhöhen sowie als kompetente Ansprechpartner für die Spezialisten auf dem Gebiet des Museumswesens und der Denkmalpflege zur Verfügung stehen.

In Anbetracht der Tatsache, dass im Rahmen der Restauratorenausbildung das Gebiet der Prävention- verstanden als Eingriff in das Umfeld des Kunstwerks (und nicht in das Kunstwerk selbst) - nur in einer Form unterrichtet werden kann, die dem komplexen Gebiet nicht gerecht wird, stellt sich die Frage nach zusätzlicher Spezialisierung oder sogar einer neuen Berufsgruppe (Fachmann der Präventiven Restaurierung).

Wie es scheint, haben die deutschen Hochschulen dieses Thema noch nicht entdeckt, obwohl der gerade angegangene "Bologna-Prozess" mit seiner Einführung von konsekutiven Studiengängen (Bachelor und Master) diesbezüglich interessante Perspektiven eröffnet.

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Fachhochschule Erfurt, Fachbereich Konservierung und Restaurierung