Tagungsbeitrag

Hohenstatt, Peter:

Schadstoffe im Vitrinenbau – Einführung von Normen für Vitrinen in Italien

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Im Jahre 2001 sind in Italien staatliche Richtlinien für das Museum in Kraft getreten. Die Richtlinien haben das Ziel die gesellschaftliche Aufgabe des Museums zu definieren und ein allgemeines Qualitätsbewusstsein bezüglich dieser öffentlichen Institution zu entwickeln, wie sie im angelsächsischem Bereich bereits Alltag ist.

Parallel wurde eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich spezifisch mit dem Problem Kulturgüter und Konservierung beschäftigt mit dem Ziel Industrienormen zu erarbeiten die als Referenznormen für öffentliche Ausschreibungen im Museumswesen dienen sollen. Deutschland hat in Berlin die Chance verspielt, qualitative Museumsstandards der Zukunft zu entwickeln. Es muss sich heute den Vorwurf gefallen lassen, aus internationaler Sicht im Museumswesen strukturell ein Entwicklungsland zu sein, trotz seiner museologisch bedeutenden Vergangenheit, Forschungseinrichtungen von internationalem Rang sowie aktueller qualitativer Museumsprojekte.

Hierarchisch organisierten Strukturen und individueller Entscheidung wird in Deutschland der Vorrang vor Qualitätssicherung durch Richtlinien, Normen und fachwissenschaftlichen sowie interdisziplinären Entscheidungsprozessen gegeben. Konservierung wie Didaktik werden immer noch gegen Aesthetik ausgespielt, klassische Hierarchien im Museum wie die Vorherrschaft der Kuratoren gegenüber den Restauratoren gepflegt. Museumsinstitute existieren und haben beratende Funktionen, Entscheidungen werden aber in den Museen getroffen und hängen wesentlich von der individuellen Kultur und der interdisziplinären Kommunikationsfähigkeit und dem Willen der Museumsdirektoren und ihrer Mitarbeiter ab.

Welche Auswege sind möglich? Wann wird in Deutschland neben dem museologischen und dem museografischen Projekt einer Ausstellung auch das Projekt zur präventiven Konservierung als selbstverständlich sein?

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Laboratorio museotechnico Goppion s.r.l., Mailand