Hochschularbeit

Sonja Seidel: Das spätgotische Flügelretabel der ev. Kirche zu Greene - Technologische Untersuchung und Erstellung eines Behandlungskonzeptes. Zurück
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Zusammenfassung: Das spätgotische Flügelretabel der St. Martins-Kirche in Greene - ein Werk des Braunschweiger Kunstkreises vom Ende des 15. Jh. - besteht heute aus einem Schrein und einem Flügelpaar. Im Schrein und in den Innenseiten der Flügel befinden sich holzgeschnitzte, polychrom gefasste und vergoldete figürliche Darstellungen unter geschnitzten, vergoldeten Baldachinen vor vergoldeten Brokathintergründen. Die Außenseiten der Flügel sowie die Rückseite des Schreins sind figürlich bemalt. Dem Retabel fehlen Predella und Bekrönung. Darüber hinaus sind Verluste und Schäden an der ursprünglichen Holzsubstanz der Konstruktion und der Schnitzereien, der Holzverbindungen und der Fassungen bzw. der Malschichten festzustellen. Jedoch ist das Greener Retabel, dessen Gehäuse, ornamentale Schnitzereien, Skulpturen und Gemälde noch zu einem großen Teil erhalten sind, ein wertvolles Kunstwerk. Es ist das einzige erhaltene, spätmittelalterliche Ausstattungsstück der Greener Kirche. Als authentisches Zeugnis gibt es heutigen Betrachtern eine konkrete Vorstellung vom individuellen künstlerischen Ausdruck, von der kreativen Kraft und Religiösität der Menschen im ausgehenden Mittelalter in Südostniedersachsen sowie von der liturgischen Praxis dieser Zeit. Das Greener Retabel zeugt aber auch von seiner eigenen Geschichte: Spuren natürlicher Alterung, wie Craquelébildung in Fassungs- und Malschichten, sowie bewusster Eingriffe in die Substanz des Kunstwerks, wie Holzergänzungen und Retuschen, bestimmen heute sein Erscheinungsbild mit. Diese Spuren lassen einige Schlüsse auf die Bedingungen und den Umgang zu, denen das Retabel im Laufe seiner fünfhundertjährigen Existenz ausgesetzt war. Der bis heute überlieferte Bestand des Greener Retabels ist akut gefährdet. Ein besonders auffälliges Schadensbild stellen die zahlreichen Malschichtabhebungen vom Träger und damit drohender Fassungsverlust dar. Das Erscheinungsbild des Retabels ist aber auch in seiner ästhetischen Wirkung gestört, z. B. durch starke und fleckige Oberflächenverschmutzungen. Das Retabel wird kunsttechnologich untersucht, seine durch natürliche Alterung und bewusste Eingriffe hervorgerufenen Veränderungen und Schäden werden beschrieben und nach deren Ursachen wird gesucht, um daraus seinen Ursprungszustand gedanklich zu rekonstruieren. Es wird das Ziel einer konservierenden und restaurierenden Behandlung des Retabels abgeleitet und ein praktikables Konzept für diese Behandlung entwickelt.

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Schlagworte: Flügelretabel, spätgotisch, Braunschweiger Kunstkreis
weitere Angaben:
  • Hochschule:  HAWK Hildesheim/ Holzminden/ Göttingen
  • Art der Arbeit:  Diplomarbeit
  • Erstprüfer:  Prof. Jirina Lehmann
  • Zweitprüfer:  Dr. Detlev Gadesmann
  • Abgabedatum:  1999
  • Sprache:  Deutsch
  • Seitenzahl:  174
  • Abbildungen:  169
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