Sicherer Umgang mit kontaminiertem Kulturgut

von Roksana Jachim M.A.

Nächster Kurs: 17. September bis 18. November 2018
Kursgebühr: 149,- € (für Studierende 20 % Ermäßigung)

Demnächst buchbar

Kulturgüter aus Holz, Textilien und Leder, botanische und naturkundliche Objekte wurden seit jeher zum Schutz vor Schädlingen und mikrobiellem Befall mit Bioziden behandelt. Während die Anwendung der ersten künstlich hergestellten Substanzen auf Basis von Arsen und Quecksilber im 15. Jahrhundert aufgrund ihrer Toxizität zwar problematisch, aber überschaubar war, führten industrielle Herstellung und flächendeckender Vertrieb vor allem in der 2. Hälfte des letzten Jahrhunderts zu einem massenhaften Gebrauch, der uns ein gefährliches toxisches Erbe überlassen hat.

Dennoch muss kontaminiertes Kulturgut für die Gesellschaft bewahrt, erforscht und seine kulturhistorische Bedeutung einem breiten Publikum präsentiert werden. Dabei kommen viele Berufsgruppen, u. a. aus der Restaurierung, Präparation, Ethnologie, der Museologie und den Kunst- und Naturwissenschaften sehr nahe an die Objekte heran. Sie müssen dabei unbedingt auf ihren eigenen Gesundheitsschutz achten, zumal sich die toxischen Stoffe nicht nur in und auf den Objekten befinden, sondern auch im Staub und in der Raumluft. Zahlreiche Kulturgüter, bisweilen sogar ganze Sammlungen, sowie Innenräume stellen somit ein ernst zu nehmendes Gefährdungspotenzial dar, dem es aufgeklärt zu begegnen gilt. Hinzu kommt, dass seit 2016 alle Tätigkeiten mit kontaminierten Objekten gefahrstoffrechtlich relevant sind. Das verpflichtet Sammlungen dazu, eine Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit potentiell kontaminiertem Sammlungsgut zu erstellen und notwendige Schutzmaßnahmen zu realisieren.

Dieser internetbasierte Fortbildungskurs soll die unterschiedlichen Berufsgruppen darüber aufklären, wie sie mit potenziell kontaminiertem Kulturgut umgehen. Er behandelt keine Papier- und Archivobjekte. Der Kurs liefert das Hintergrundwissen für eine richtige Einschätzung der Gefährdung und zeigt mögliche Maßnahmen auf. Mithilfe von ausführlichen Erläuterungen und zahlreichen Illustrationen ist es auch Lernenden mit geringen Vorkenntnissen möglich, in die Thematik einzusteigen. Literaturverweise, tabellarische Zusammenstellungen und Verweise auf aktuelle Normen und Gesetzestexte ergänzen den Kurs.

Der E-Learning Kurs ist in einzelne Lernmodule unterteilt: Den Teilnehmenden erwerben im ersten Modul grundlegende Kenntnisse über die relevanten Schadstoffe, ihre Schadpotenziale und Einsatzgebiete. Im zweiten Modul lernen sie anhand von Beispielen die Vielfältigkeit der potenziell belasteten Objekte, die Kontaminationswege und die Biozidauswirkungen kennen. Sie werden hierdurch sensibilisiert, mögliche Kontaminationen besser einschätzen zu können. Das dritte Modul beschäftigt sich mit den Grundlagen der Schadstofferkennung und stellt strategische Ermittlungswege vor. Gesundheitliche Gefahren sollen adäquater eingeschätzt werden: Was ist für wen und unter welchen Umständen gefährlich? Zudem werden professionelle Analysemethoden vorgestellt, die in Auftrag gegeben werden sollten, wenn eine Einschätzung der Situation erfolgt ist. Das vierte Modul erörtert persönliche, organisatorische und technische Handlungsstrategien bei einer vermuteten oder nachgewiesenen Kontamination. Auch arbeitsrechtliche Hinweise werden erläutert.

Primäres Ziel des Hornemann Instituts ist die Förderung des weltweiten Wissenstransfers im Bereich Erhaltung von Kulturerbe sowie die Fortbildung von RestauratorInnen und DenkmalpflegerInnen.

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