Projektdokumentation

Hehmann, Friedrich; Lorenz, Kay; Dense, Carsten; Dürkop, Detlef; Fischer, Elmar:

Das Denkmal als Lebensraum. Sanierung einer denkmalgeschützten, anthropogen umweltgeschädigten Gräfte als Ausgangspunkt für die Bewahrung der Biodiversität der Auengewässer (FFH-Gebiet)

01.07.2009 bis 31.12.2011

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Inhalt
Beteiligte

Abgeschlossene Sanierung des Natursteinmauerwerks bei Schonung der schützenswerten Mauerritzenvegetation
Abgeschlossene Sanierung des Natursteinmauerwerks bei Schonung der schützenswerten Mauerritzenvegetation
Ziel ist die Entwicklung eines modellhaften Handlungsansatzes zur nachhaltigen Sanierung historisch wertvoller wassergeprägter Baudenkmäler unter Berücksichtigung des aktuellen Standes anwendungsorientierter ökologischer Forschung zur Sicherung und Entwicklung von floristisch / faunistisch bedeutsamen Natursteinmauern sowie wertvoller Ersatzlebensräume für auengewässertypische Organismen.
Für das Modellvorhaben wurde die Gräfte (Grabenanlage) am Gut Sutthausen bei Osnabrück gewählt, da hier die besondere Konstellation der auf relativ kleinem Raum vielfältig differenzierten Land, Wasser und Übergangslebensraumtypen bei der Umsetzung eines entsprechend ausgerichteten Sanierungskonzeptes erhebliche naturschutzfachliche Entwicklungspotentiale eröffnet: So bestehen im Bereich der Gräfte gute Voraussetzungen für eine nachhaltige Ansiedlung gefährdeter und vom Aussterben bedrohter Fischarten der Auengewässer. Aber auch schon heute besitzt die Gräfte einen hohen naturschutzfachlichen Wert als Lebensraum für seltene und gefährdete Tier und Pflanzenarten.
Dass die Gräfte teilweise umfassende Mauerwerk ist in wesentlichen Teilen sanierungsbedürftig. Infolge physikalischer und chemischer Verwitterungsprozesse haben sich an der wasserseitigen Basis der Mauern vielerorts deutlich sichtbare Schäden ergeben. Das oberhalb der Wasserlinie gelegene Mauerwerk ist durch gewässerseitig auswachsende Gehölze und landseitig eingedrungenes Wurzelwerk von Bäumen vielerorts geschädigt. Durch fortgesetzten Eintrag von Laub und infolge hoher interner Primärproduktion weist die Gräfte zudem in weiten Bereichen ihrer Sohle starke Verschlammungen auf. Seit einigen Jahren fällt sie deshalb im Sommer partiell auch trocken.
Nach erfolgreicher Ansiedlung auengewässertypischer Fischarten in der sanierten Gräfte sollen zukünftig bei hinreichender Reproduktion Teile der Fischpopulationen entnommen werden, um in der Region künstliche Gewässer, insbesondere Rückhaltebecken, bei entsprechender Eignung mit gefährdeten und vom Aussterben bedrohten auengewässertypischen Fischarten zu besiedeln.

Gefördert durch die DBU



Dieses Projekt wurde gefördert durch
die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
AZ 26386/01

 
Inhalt

1 Projektkennblatt

2 Zusammenfassung

3 Rahmenbedingungen und Zielsetzung
3.1 Objekt der Planung und Problemlage
3.2 Leitidee und Projektbeschreibung
3.3 Ziel- und Maßnahmenkonzept
3.4 Ablauf des Projekts
3.5 Rechtlicher Rahmen

4 Grundlagenermittlung und vorbereitende Arbeiten
4.1 Historische Entwicklung des kulturellen Denkmals
4.2 Naturschutzfachliche Erhebungen und Bewertungen
4.2.1 Biotoptypen und Vegetation
4.2.2 Fledermäuse
4.2.3 Fische und Großmuscheln
4.3 Deklarationsanalytik der Teichsedimente
4.4 Einrichtung einer Grundwassermessstelle
4.5 Erfassung der Schäden am Natursteinmauerwerk
4.6 Ausschreibung und Vergabe der Bauleistungen

5 Umsetzung der Projektbausteine
5.1 Sanierung des Natursteinmauerwerks
5.2 Entschlammung der Gräfte
5.3 Neubesatz mit gefährdeten auengewässertypischen Fischarten und Großmuscheln
5.4 Monitoring zur Entwicklung der Fischbestände nach dem Neubesatz
5.5 Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit
5.5.1 Pressearbeit
5.5.2 Schautafeln vor Ort
5.5.3 Publikation der Projektergebnisse

6 Fortführung des Projekts durch die Kooperationspartner / Perspektiven
6.1 Regelmäßige Kontrolle und zielgerechte Pflege der Natursteinufermauern
6.2 Monitoring und Bewirtschaftung des Fischbestandes durch die NWA
6.3 Besiedlung städtischer Rückhaltebecken in Kooperation mit den Stadtwerken
6.4 Öffentlichkeitsarbeit und Publikationen im Rahmen der Fortführung des Projekts

7 Fazit

8 Literatur- und Quellenverzeichnis

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DOI (Digital Object Identifier)

10.5165/hawk-hhg/epublication/41

Beteiligte

  • Friedrich Hehmann (Autor)
    GFL - Büro für Gewässerökologie, Fischereiliche Studien und Landschaftsplanung
    Holsten-Mündruper Str. 37
    49086 Osnabrück
  • Kay Lorenz (Autor)
    Büro für angewandte Ökologie und Landschaftsplanung Dense & Lorenz GbR
    Kollegienwall 12d
    49074 Osnabrück
  • Carsten Dense (Autor)
    Büro für angewandte Ökologie und Landschaftsplanung Dense & Lorenz GbR
    Kollegienwall 12d
    49074 Osnabrück
  • Detlef Dürkop (Autor)
    Planungsbüro Dürkop - Garten- und Landschaftsarchitekt
    Augustenburger Str. 12
    49078 Osnabrück
  • Elmar Fischer