Konsolidieren von Holz - Möglichkeiten und Grenzen struktureller Festigung

von Prof. Dr. Gerdi Maierbacher-Legl, Susanne Karius M.A und Christine Fiedler M.A.

Nächster Kurs: 28. September bis 22. November 2020
Kursgebühr: 139,- € (für Studierende und RiA-Mitglieder im Vorpraktikum: 20 % Ermäßigung)

Die strukturelle, festigkeitserhöhende Konservierung von Holzobjekten stellt sicherlich eine der anspruchsvollsten und schwierigsten Maßnahmen zur Erhaltung von Kunst- und Kulturgut dar. Dies bezeugt unter anderem die Vielfalt der in der Vergangenheit verwendeten unterschiedlichsten Materialien zur Festigung und die immer noch fortwährende Forschung auf diesem Themengebiet, um optimale Festigungsmittel und –methoden einsetzen zu können. Die Problematik und gleichzeitig Herausforderung dieser aktiven Konservierung liegt in der Vereinbarkeit zwischen den ethischen, ästhetischen und konservatorischen Gesichtspunkten zur Erhaltung von Kulturgütern. Dieser Kurs soll einen umfangreichen Einblick in die Thematik der strukturellen Holzfestigung bieten. Neben einem historischen Rückblick werden Schadensursachen sowie konservatorische Ziele einer Konsolidierung erläutert. Anforderungen an das jeweilige Festigungsmittel, derzeit gängige Materialien sowie die Vorstellung aktueller Einbringmethoden und Erfolgskontrollen werden übersichtlich und verständlich vermittelt. Der Kurs bietet eine umfangreiche Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Grenzen einer strukturellen Holzfestigung sowie die Gelegenheit, sich aus beruflichem oder privatem Interesse mit dieser spannenden Thematik und Problemstellung an Holzobjekten zu beschäftigen.

Die Module:
Den Einstieg in das Thema des Konsolidierens von Holz bietet Ihnen das erste Modul mit seinem Rückblick auf historische Materialien und Methoden der Holzfestigung. Im zweiten Modul lernen Sie die vielfältigen Ursachen für die strukturelle Schwächung von Holz kennen, unterschieden zwischen abiotischen – wie Raumklima, Feuer und Wasser – und biotischen – wie Insekten und Pilze – Schadeinflüssen. Das dritte Modul zeigt die Anforderungen und Ziele einer strukturellen Festigung unter dem Aspekt als irreversibler Eingriff in die Substanz der Objekte und schafft Bewusstsein für das Abwägen der Notwendigkeit und zur Überlegung eventueller Alternativen. Im vierten Modul erhalten Sie einen Überblick über die in der Restaurierung relevanten Anforderungen an Konsolidierungsmaterialien und lernen Eigenschaften von Konsolidierungs- und Lösemitteln, unterschiedliche Einbring- bzw. Festigungsmethoden sowie die maßgeblichen Eigenschaften des zu festigenden Objektes kennen. Darauf aufbauend lernen Sie im fünften Modul die gängigsten und aktuellen Materialien mit Hinweisen zur besonderen Eignung für bestimmte Schadensphänomene kennen. Sie erfahren im sechsten Modul mehr über die bewährten bzw. die in der jüngsten Vergangenheit vorwiegend genutzten Methoden, deren Vor- und Nachteile, mögliche Einsatzbereiche sowie die Grenzen jeder Methode. Abschließend vermittelt Ihnen das siebte Modul einen Überblick über Methoden zur Kontrolle einer Konsolidierungsmaßnahme und versetzt Sie in die Lage, die durch deren Einsatz zu erwartenden Ergebnisse in Hinblick auf deren Aussagekraft einordnen zu können.

Die Autorinnen:
Der Kurs baut vor allem auf den jahrzehntelangen Lehr- und Forschungsaktivitäten von Prof. Dr. Gerdi Maierbacher-Legl auf, die bis 2019 die Studienrichtung Konservierung/Restaurierung von "Möbel und Holzobjekte" an der HAWK leitete.
Die Restauratorinnen Susannen Karius M.A. und Christine Fiedler M.A. haben bei ihr studiert. Beide sammelten u. a. während eines mehrjährigen Forschungsprojektes reiche Erfahrungen bei der Konsolidierung von Großobjekten aus Holz und lehren seit Jahren an der HAWK.

Fragen richten Sie bitte an fiedler@hornemann-institut.de.

Bruchkante eines durch Insekten stark abgebauten Hozbrettes, Tobsdorfer Chorgestühl, Foto: HAWK

Holzmehlhaufen als Zeichen eines aktiven Insektenbefalls, Bogeschdorfer Chorgestühl, Foto: HAWK

Holzwerkstück mit Spuren eines Befalls durch Insekten und Mikroorganismen, Tobsdorfer Chorgestühl, Foto: HAWK

Holzwerkstück mit Spuren eines Befalls durch Insekten und Mikroorganismen, Tobsdorfer Chorgestühl, Foto: HAWK