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Salthammer, Tunga:

Konzept des Forschungsvorhabens: Schadstoffbelastung in Museen – Entwicklung eines Leitfadens

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Bezüglich der bekannten Innenraumproblematik haben kulturelle Einrichtungen eine Sonderstellung. Einerseits gilt es, für Mitarbeiter und Besucher ein gesundes Raumklima zu schaffen, andererseits müssen Exponate ggf. chemisch vor Beschädigungen geschützt werden. Eine andere Frage gilt der möglichen Langzeitgefährdung von Exponaten durch Emissionen organischer Verbindungen aus Baustoffen. Weitere Probleme kann der Einbau von Klimaanlagen verursachen. Restauratoren müssen in der Regel mit Chemikalien hantieren, sind sich aber des Gefährdungspotentials während der Behandlung von Exponaten und der nachträglichen Abgabe dieser Stoffe an die Umgebung oft wenig bewusst. Es wurde daher die Notwendigkeit erkannt, im Rahmen eines Forschungsvorhabens und in enger Zusammenarbeit mit Museen systematische Untersuchungen durchzuführen. Weiterhin besteht Bedarf, mit den Ergebnissen des Vorhabens einen Leitfaden zu Schadstoffbelastungen in Museen zu erarbeiten.

Im Vorhaben werden die Konzentrationen von flüchtigen und semiflüchtigen organischen Verbindungen (VOC/SVOC) in der Luft von Ausstellungsräumen und Ausstellungsvitrinen mittels aktiver und passiver Probenahme untersucht. Für die Charakterisierung des Konzentrations-Zeit- Verhaltens von VOC’s sind kontinuierliche Messungen des Gesamtgehaltes (TVOC) mittels eines Photoakustikdetektors über mehrere Tage vorgesehen. Besondere Emissionsquellen werden durch Messungen mit einer Emissionszelle vor Ort identifiziert und ihr Einfluss auf die Innenluftqualität charakterisiert. Ergänzend werden die klimatischen Parameter (Temperatur, Feuchte, Luftwechsel, Luftgeschwindigkeit) erfasst. Darüber hinaus werden selektive Materialuntersuchungen an Exponaten im Labor und an Staubproben vorgenommen. Bei dieser Auswahl sind nicht nur die emissionsreichen Quellen von Bedeutung. Im Hinblick auf eine schädigende Langzeitwirkung sind auch Quellen zu betrachten, die eine scheinbar niedrige Freisetzungsrate aufweisen. Die Planung der Messungen und Auswahl der Messobjekte erfolgt in Absprache mit Vertretern der Landesmuseen Hannover, wobei auch auf die Ergebnisse von ersten Begehungen zurückgegriffen wird. Mit Hilfe der erhobenen Daten und unter Berücksichtigung von Ergebnissen früherer nationaler und internationaler Forschungsvorhaben wird ein Leitfaden erarbeitet. Dieser versetzt die Museen in die Lage, Mitarbeiter, Besucher und Exponate effektiv zu schützen und gleichzeitig durch sinnvolle Auswahl von Materialien und entsprechende Vorgaben die Freisetzung geruchlich relevanter und/oder toxischer organischer Verbindungen zu minimieren. Auch die Hersteller von Museumseinrichtungen können sich an diesem Leitfaden bezüglich ihrer Produkte orientieren.

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Fraunhofer-Gesellschaft, Braunschweig, Wilhelm-Kauditz-Institut
Hornemann Institut der HAWK
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