Hochschularbeit

Brigitte Reichel: Ein gefasster Schrein (Tabernakel?) des 19. Jahrhunderts aus dem Dom-Museum Hildesheim. Technologische Untersuchung und Behandlungskonzept mit einem Beitrag zur Frage der verwendeten Vorlagen und Malmaterialien. Zurück
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Zusammenfassung: Gegenstand der Arbeit ist ein kleiner Schrein mit bemalten Türen. Das Innere ist mit Stoff bespannt und elektrisch beleuchtet. Künstler und Herkunft sind unbekannt. Anhand der vorhandenen Gestaltung und Ikonographie lässt sich darlegen, dass es sich ursprünglich um einen Tabernakel gehandelt hat. Die Verkündigungsdarstellung auf den Türaußenseiten stellt eine Kopie der Malereien des sogenannten Fiesole-Altares aus dem Hildesheimer Domschatz dar. Dies zeigt, dass der Wunsch der Gründer der Diözesanmuseen in der zweiten Hälfte des 19. Jh., zeitgenössischen Künstlern anhand der mittelalterlichen Kunstwerke Vorlagen zu liefern, erfüllt wurde. Da die Malereien am Fiesole-Altar erst 1887 freigelgt wurden, ergibt sich somit der frühstmögliche Entstehungszeitpunkt für den Schrein. Der Vergleich der Malereien zeigt, dass zwar sehr genau kopiert wurde, dass jedoch im 19. Jh. weniger zeitaufwendige Techniken eingesetzt wurden. Statt einer Polimentvergoldung wurde beispielsweise eine Ölvergoldung durchgeführt, an der Vorlage trassierte Muster wurden lediglich ausgemalt. Über die Ende des 19. Jh. in Hildesheim tätigen Künstler ist nur noch wenig bekannt, so dass eine Zuordnung nicht möglich ist. Naturwissenschaftliche Analysen einiger am Schrein verwendeten Farbmittel ergaben, dass überwiegend künstlich hergestellte Pigmente sowie Farbstoffe vorliegen. Außerdem wurde ein hohes Maß an Verschnittmitteln in Form von Calcit, Dolomit und Schwerspat festgestellt. Das Bearbeitungskonzept sieht zunächst eine Konservierung vor, da die weitere Nutzung des Schreins im Museum noch ungeklärt ist. Unbedingt notwendig ist das Niederlegen der Malereien, die teilweise in großen Schollen hochstehen und bereits mit Japanpapier gesichert sind.

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Schlagworte: Schrein, Tabernakel, historische Malmaterialien, Fiesole-Altar
weitere Angaben:
  • Hochschule:  HAWK Hildesheim/ Holzminden/ Göttingen
  • Art der Arbeit:  Diplomarbeit
  • Erstprüfer:  Prof. Jirina Lehmann
  • Zweitprüfer:  Dr. Elisabeth Scholz
  • Abgabedatum:  1998
  • Sprache:  Deutsch
  • Seitenzahl:  128
  • Abbildungen:  142
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