Hornemann Institut – November 2006

Newsletter November 2006

1) ICOMOS Tagung: Weltkulturerbe Deutschland - Präventive Konservierung

2) Neue Hochschularbeiten als Volltext im Netz

3) Entwicklung von „Welterbekoffern“ zum Hildesheimer Weltkulturerbe

4) Bd. 7 der Schriftenreihe erschienen: „Klasse Welterbe!“

5) Präsentationen des Hornemann Instituts

6) Vorankündigung: Internetkurs zur Möbelrestaurierung ab 2007

7) Neues aus dem Fachbereich
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Liebe Kollegen und Kolleginnen,
dieser regelmäßige Informationsservice enthält jetzt nicht mehr nur Neuigkeiten des Hornemann Instituts, sondern auch des Fachbereichs Konservierung und Restaurierung der HAWK.

1) ICOMOS Tagung: Weltkulturerbe Deutschland - Präventive Konservierung und Erhaltungsperspektiven
23.-25. November 2006 in Hildesheim

Inzwischen haben sich bereits über 100 Fachleute aus mehreren Ländern zur ICOMOS Tagung angemeldet, bei der die Fragen der präventiven Konservierung der Weltkulturerbestätten in Deutschland im Vordergrund stehen.
Das Hornemann Institut ist für die Anmeldung und das Tagungsbüro zuständig.
Anmeldungen sind noch bis zum 15.11. 06 möglich.
Weitere Infos unter:
www.hornemann-institut.de/german/Aktuelles_ICOMOS_Konferenz_06.htm

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2) Neue Hochschularbeiten als Volltexte im Netz

Die Dissertation von Anne-Marei Hacke
„Investigation into the nature and Ageing of Tapestry Materials” entstand jüngst an der University of Manchester im Rahmen des von der EU geförderten, internationalen Forschungsprojekt “Monitoring of Damage in Historic Tapestries“ (MODHT).
Die nun vorliegende Arbeit beinhaltet Studien über natürliche Farbstoffe, Woll- und Seidenfasern sowie Metallfäden. Anhand von Nachbildungen historischer Wandteppiche erfolgten Untersuchungen zur Herkunft der Farbstoffe, der Spezifikationen der Wolle und der Seidengarne und der Gewebestrukturen. Neben Untersuchungen zur Anwendbarkeit verschiedener Untersuchungsmethoden wird der Einfluss von Färbemethoden auf den Verlauf von Alterungsprozessen erläutert.
Es werden neue Erkenntnisse über die Fertigung der Metallfäden vorgestellt. Erstmalig konnte die Verwendung von Blattgold in Metallfäden nachgewiesen werden. Besonders interessante Ergebnisse ergaben sich durch die Gegenüberstellung von degenerativen und schützenden Einflüssen von Metallionen und der Oxidation von Schwefel in Wollfasern. Ergänzende Untersuchungen befassten sich mit den Auswirkungen von Korrosion auf den Verfall von Wolle und Seide und die Adsorption von Reinigungsmitteln durch Metalle. Eine fundierte Dokumentation beschreibt eine Vielfalt von Metallfäden aus einfachen und vergoldeten Silberfäden.
(www.hornemann-institut.de/german/epubl_hochschularbeiten820.php)

„Schlangenhaut und Elfenbein - Einordnung und Überlegungen zur Restaurierung einer afrikanischen Harfe aus dem Uele-Gebiet“ von Regina Klee
entstand als Diplomarbeit an der Fachhochschule Köln. Die Arbeit ermöglicht einen detaillierten Einblick in die Konstruktion und die verwendeten Materialien einer afrikanischen Harfe. Die histologischen und morphologischen Merkmale von Schlangenhaut und Elfenbein sowie die daraus resultierenden Eigenschaften sind eingehend beschrieben. Schäden und Schadensursachen werden erörtert und ein Behandlungskonzept erarbeitet. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Diskussion von Methoden und Wegen zur Schließung von Rissen der Schlangenhaut. Bei praktischen Versuchen wurden unterschiedliche Klebemittel und Hinterlegungsmaterialien auf ihre Anwendbarkeit geprüft. Ein weiteres Kapitel behandelt die fachgerechte Verpackung zur Aufbewahrung dieses wichtigen Kulturdokuments der afrikanisch-europäischen Kolonialbeziehungen.
(www.hornemann-institut.de/german/epubl_hochschularbeiten841.php)

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3) Entwicklung von „Welterbekoffern“ zum Hildesheimer Weltkulturerbe

In Kooperation mit dem Bereich Kunstpädagogik der Universität Hildesheim, der Dombibliothek, des Bistums-Archivs und der Studienrichtung Buch/Papier des Fachbereichs Konservierung erarbeitet das Hornemann Institut „Welterbe-Koffer“, um das Hildesheimer UNESCO Weltkulturerbe nicht nur verbal, sondern auch mit haptischen Gegenständen besser vermitteln zu können. Jeder dieser Koffer beinhaltet jeweils eine didaktische Einheit aus Lehr- und Lernunterlagen, zudem - je nach Thema - Filme, interaktive CD-ROMs, Musik-CDs, Literatur, originale Objekte, Repliken, Geräte zum Ausprobieren oder anderes. Die Objekte sollen möglichst alle Sinne ansprechen: Ästhetik, Tast-, Hör- und Geruchssinn. Wichtig ist die größtmögliche Authentizität der Objekte, die teilweise als Replik von Restauratoren der HAWK hergestellt werden, teilweise erworben werden können, teilweise aber auch aus den Hildesheimer Beständen kommen.
Die Alcoa Foundation fördert das Projekt finanziell.

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4) Bd. 7 der Schriftenreihe erschienen: „Klasse Welterbe! Hildesheimer Weltkulturerbe im Unterricht“

Als 7. Band seiner Schriftenreihe hat das Hornemann Institut ein neues Unterrichtswerk zum UNESCO-Welterbe veröffentlicht: „Klasse Welterbe! Hildesheimer Weltkulturerbe im Unterricht“. Am Beispiel des Hildesheimer Doms und der Michaeliskirche lernen Kinder und Jugendliche die Idee des Welterbes kennen. Entstanden ist das Werk im Rahmen eines groß angelegten Schulprojektes: Ein Jahr lang entwickelten Pädagogen aus Hildesheimer Schulen mit rund 550 Kindern und Jugendlichen Unterrichtsprojekte zum Welterbe.
„Klasse Welterbe!“ enthält 54 Projektbeschreibungen, einschließlich Kopiervorlagen, und über 180 Abbildungen von Schülerarbeiten. So haben zum Beispiel Kinder aus der Tagesstätte Zeppelinstraße St. Michael erkundet, kleine Kirchenführer erstellt und die Kirche mit Bauklötzen nachgebaut. Schüler der Robert-Bosch-Gesamtschule beschäftigten sich mit der Bernwardstür des Hildesheimer Doms und gestalteten eigene Türreliefs mit Szenen aus ihrem Schulalltag: „Mobbing“, „Ausgestoßen sein“ oder „Stress“.
Die Mappe enthält außerdem Hintergrundinformationen für Lehrer zur UNESCO, zum UNESCO-Welterbe und zum Hildesheimer Weltkulturerbe sowie Verweise auf Medien und Literatur. Einige Materialien ermöglichen den Schülern auch, sich mit dem Welterbe anderer Länder zu befassen, zum Beispiel mit den Galapagosinsel oder der Partherstadt Hatra im Irak.
Die Deutsche UNESCO-Kommission hat die Herausgabe der Unterrichtsmappe unterstützt. Minister Walter Hirche, Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission: „Die Mappe zum Hildesheimer Weltkulturerbe ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie vielfältig die Zugänge zum UNESCO-Welterbe sein können und wie gut sich eine Welterbestätte als außerschulischer Lernort eignet.“
Bestellung nur direkt beim Institut unter:
www.hornemann-institut.de/german/buecher.php

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5) Präsentationen des Hornemann Instituts

Das Institut war eingeladen, sein Projekt „Klasse Welterbe“ auf der sechsten Jahrestagung des UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. und der Deutschen UNESCO-Kommission (25.-27.11.06) im Oberen Mittelrheintal vorzustellen. Unter dem Titel „Wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft! Die UNESCO-Welterbestätten – Bildungsstätten auch für die Jugend, aber nicht nur…“ war das Ziel der Tagung, die Einzigartigkeit der deutschen Welterbestätten unter dem Gesichtspunkt der Bildungs- und Jugendarbeit herauszustellen

Bei der diesjährigen Messe „denkmal 2006“ in Leipzig präsentierte das Hornemann Institut seine internetbasierten Fortbildungskurse und Datenbanken auf dem Stand der DBU. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt lässt Projektberichte elektronisch über die Datenbanken des Hornemann Instituts weltweit veröffentlichen.

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6) Vorankündigung: Internetkurs zur Möbelrestaurierung ab 2007

Das Hornemann Institut entwickelt zur Zeit mit Restgeldern des Europäischen Sozialfonds den ersten e-learning Kurs für Möbel-RestauratorInnen. Alle drei Autorinnen sind Fachleute im Bereich der Möbelrestaurierung: Prof. Dr. Gerdi Maierbacher-Legl, Dipl.-Rest. Julia Schultz M.A. sowie Dipl.-Rest. Merle Strätling.
Besonderes Augenmerk bei dem Kurs liegt auf den transparenten Überzügen von historischen Möbeln und Holzobjekten mit ihren Gebrauchs- und Handhabungsspuren. Die Autorinnen stellen eine sinnvolle und praktikable Vorgehensweise bei der restauratorischen Untersuchung dieser Überzüge vor. Lernende mit geringeren Vorkenntnissen finden hier auch die Grundlagen gut vermittelt. In abschließenden Teil beschreiben die Autorinen die wichtigsten  Untersuchungsmethoden. Möglichst viel der Lerninhalte werden sie an Fallbeispielen und mit kleinen Filmsequenzen erklären.
Ab September 2007 kann der Kurs gebucht werden. Während der Laufzeit des Kurses werden die Lernenden durch eine Tutorin des Hornemann Instituts via Telefon oder E-Mail unterstützt. Außerdem steht zur gemeinsamen Kommunikation ein Internet-Forum zur Verfügung. Prof. Dr. Gerdi Maierbacher-Legl wird die Fachfragen klären.

Hinweis: Am 04. Dezember 2006 startet unser Online-Kurs „Restaurierungstheorien und Restaurierungsmethoden von der Mitte des 20. Jahrhunderts bis heute“. Weitere Informationen dazu finden Sie auf unserer Website:
www.hornemann-institut.de/german/fortbildung.php.

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7) Neues aus dem Fachbereich Konservierung und Restaurierung

Der neue Master-Studiengang startete mit 25 Studierenden. Im Bachelor- und Diplomstudiengang sind 185 Studierende eingeschrieben.

Eine neue Kooperation startete der Fachbereich mit dem Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim: Als erste Aktivität haben jetzt Studierende im Rahmen einer Projektwoche restauratorische Arbeiten an Objekten aus dem Kulturbereich Ozeanien durchgeführt. Besonders spannend war die Tatsache, dass zahlreiche Stücke seit 150 Jahren nicht mehr ausgepackt worden waren und der Öffentlichkeit und der Fachwelt gänzlich unbekannt sind. Ziel ist es, die kostbaren und teilweise weltweit einzigartigen Objekte in baldiger Zukunft  präsentieren zu können.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Team des Hornemann Instituts

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