Jahresbericht 2012

Status
Wissenstransfer
- E-Publication
- Hornemann Preis für Open Access
- Schriftenreihe
Veranstaltungen
Sonstiges

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doi:10.5165/hawk-hhg/84


Status

Das Hornemann Institut ist weiterhin ein In-Institut der HAWK, allerdings seit der Fusion der Fakultät Erhaltung von Kulturgut mit der Fakultät Bauwesen zur neuen Fakultät Bauen und Erhalten am 1.10.2012 nicht mehr als Teil einer Fakultät, sondern als eine zentrale Einrichtung der HAWK und somit direkt der Hochschulleitung unterstellt. Die satzungsgemäßen Aufgaben des Instituts sind bei dieser Umstrukturierung unverändert geblieben.


Wissenstransfer

  • DFG-Projekt zum Aufbau von Salzwiki
    Das DFG-Projekt zur Entwicklung eines deutschen und eines englischen Fachwiki zum Thema Salz mit Repositorium ist Ende Februar nach drei Jahren Laufzeit ausgelaufen. Die fertige Internetplattform besteht aus drei Bereichen: je ein öffentlich zugängliches Wiki auf Deutsch und auf Englisch sowie eine zugangsbeschränkte, virtuelle Forschungsumgebung mit einem Repositorium für Analysendaten, physikalische und chemische Konstanten, für Grafiken, Fotos, Kurzvideos und für unveröffentlichte Berichte.
    Die ebenfalls öffentlich einsehbare Bibliographie zum Thema Salze und Schädigung durch Salze enthält inzwischen über 2000 Zitate: 81 dieser Publikationen liegen in Salzwiki als Volltexte vor.
    Anfang des Jahres investierten wir viel Arbeitskraft, um den Aufbau der Plattform so abzuschließen, dass organisatorisch und technisch der Weiterbetrieb gesichert ist. Unter anderem führten wir nochmals eine Evaluation und eine Abschlussveranstaltung mit allen Projektpartnern und Autoren durch, um die aktuelle Nutzerbedürfnisse in Erfahrung zu bringen.
    Die Nachhaltigkeit ist gesichert: Dr. Hans-Jürgen Schwarz arbeitet seither als Chefredakteur des deutschen Wikis ehrenamtlich mit, Dr. A. Elena Charola als Chefredakteurin des englischen Wikis.

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  • Hornemann Preis für Open Access
    Um die Bedeutung des Themas stärker nach außen zu kommunizieren und die wissenschaftlichen Leistungen der Arbeiten stärker zu würdigen, wurde am Hildesheimer Tag der Restaurierung im Januar 2012 erstmals der „Hornemann Preis für Open Access“ verliehen. Die am meisten angefragten drei Arbeiten wurden einer externen wissenschaftlichen Begutachtung unterzogen, denn Abfrage alleine kann es nicht sein.
    Als externe Gutachter/innen waren ehrenamtlich tätig:
    • Dipl.-Rest. Dorit von Derschau M.A., Koordinatorin des Programmes zur Konservierung und Restaurierung von mobilem Kulturgut (KUR) bei der Kulturstiftung des Bundes
    • Prof. Dr. Hannelore Roemich, Professor of Conservation Science, New York University, USA
    • Prof. Dr. Rolf Snethlage, ehem. Leiter des Zentrallabors des Bayer. Landesamtes für Denkmalpflege, Lehrbeauftragter an der TU München, Uni Bamberg und ICCROM
Der mit 400 € dotierte Preis ging an Olaf Pung für seine Diplom-Arbeit zur Prüfung der Eignung reaktiver Methacrylatklebstoffe zur Restaurierung musealer Steinobjekte.
  • Schriftenreihe
    2012 haben wir die Arbeiten an unserer Schriftenreihe fortgesetzt:
    • Band 14: Die Publikation zur internationalen Tagung zu St. Michael in Hildesheim anlässlich der 1000-Jahrfeier der UNESCO-Welterbekirche erschien im Frühjahr und wurde am Mittwoch, den 14.3.2012, in St. Michael in Hildesheim mit einem Festvortrag von Prof. Dr. Klaus Gereon Beuckers vorgestellt. Walter Hirche, Minister a. D., Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission hielt ein Grußwort.
      Die in diesem Buch erstmalig veröffentlichten Beiträge aus den Fachdisziplinen Kunstgeschichte, (Kirchen-)Geschichte, Archäologie, Architektur sowie Restaurierung eröffnen mit anschaulichen Texten und vielen qualitätvollen Bildern sehr eindrückliche Einblicke in die wechselvolle 1000jährige Klostergeschichte. Ein Schwerpunkt des Tagungsbandes liegt auf dem 1192 heiliggesprochenen Hildesheimer Bischof Bernward, dem Erzieher Kaiser Ottos III. und seiner für diese Epoche beispiellosen Stiftungstätigkeit, zu der auch das Michaeliskloster gehört. Andere Aufsätze widmen sich der späteren Entwicklung von Kirche und Kloster, u. a. der Reform des Klosters im 15. Jahrhundert, der Reformation, der barocken Klosterkultur bis hin zur Zerstörung 1945 und dem Wiederaufbau. In dem Buch haben mehrere Kolleginnen und Kollegen und Studierende publiziert.
    • Band 15: Es erfolgte die Redaktion für die Beiträge der Internationalen Tagung in Trier „Wandmalereien in freier Bewitterung. Konservatorische Herausforderungen am UNESCO-Weltkulturerbe Konstantinbasilika Trier“ vom 7. bis 9. April 2011.

  • E-Learning - Kurse
    Die E-learning Kurse wurden an die an der HAWK genutzte Lernplattform moodle angeschlossen, die unter anderem die Kontaktaufnahme mit den Teilnehmer/inne/n und die Bereitstellung von ergänzenden Materialien erleichtert.
    Einige Kurse wurden inhaltlich wesentlich überarbeitet:
    • Der ursprünglich in zwei, sehr textlastigen Teilen angebotene Kurs zur Schädigung durch Salze wurde grundlegend überarbeitet: Zum einen wurden Anknüpfungspunkte mit dem neuen "Salz-Wiki" geschaffen, dessen Artikel Grundlagen sehr anschaulich erklären, zum anderen wurden mehr Praxisprojekte und Bilder in den Kurs integriert.
    • Der Kurs zur Restaurierungstheorie wurde stellenweise aktualisiert und erweitert, insbesondere in Hinblick auf aktuelle Diskussionen zum Thema. Die umfangreichste Überarbeitung erfuhr der Kurs "Dokumentationsfotografie". Er wurde vor allem im Bereich der sich immer noch rasant weiterentwickelnden Technik der digitalen Fotografie erweitert, viele Texte und Abbildungen aktualisiert.
    • Die Laufzeiten der Kurse wurden denen der Semester angeglichen.

      Folgende Kurse waren 2012 im Angebot:
      Sommersemester: 12. März bis 13. Mai 2012

      Wintersemester: 24. September bis 25. November 2012

      Den Studierenden der HAWK standen zusätzlich noch folgende Kurse zur Verfügung: Wissenschaftliches Arbeiten, Befundsicherung von Architekturoberfläche, Objektgeschichte, Beiträge zur Bestandserhaltung von Büchern.

      Alle E-Learning-Kurse des Instituts wurden von einer Tutorin und den Autorinnen und Autoren via Mail und/oder über die Lernplattform inklusive Forum und Mitteilungsdienst betreut. Nach erfolgreichem Abschlusstest bekamen die TeilnehmerInnen ein qualifiziertes Zertifikat, das inzwischen auch auf ein Konservierungs-Studium an der HAWK anerkannt werden kann.

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Veranstaltungen

  • Neue Veranstaltungsreihe gegründet: Hornemann Kolleg für Restaurierung und Denkmalpflege
    Die Hildesheimer Restaurierungs-Studiengänge sind in ein vielschichtiges kollegiales Netzwerk eingebunden - innerhalb der HAWK, in der Region, im Land und natürlich international - und bei allen Projekten zudem im internationalen Dialog mit Kolleginnen und Kollegen anderer Fächer. Anlässlich des 25jährigen Jubiläums des Restaurierungsstudiums in Hildesheim griff das Hornemann Institut der HAWK diese Netzwerktätigkeit auf und konzipierte auf Initiative von Studierenden im Wintersemester eine neue öffentliche und kostenfreie Vortrags- und Gesprächsreihe, dem sog. Hornemann Kolleg für Restaurierung und Denkmalpflege. Der Name „Kolleg“, der oftmals mit Vorlesungs- oder Vortragsreihe assoziiert wird, steht hier in seiner ursprünglichen Bedeutung für das „Kollegium“, also die Kolleginnen und Kollegen der Fachdisziplin oder der benachbarten Fachdisziplinen, die in dieser neuen Veranstaltungsreihe zu Wort kommen sollen. Ziel ist es, das Lehrangebot mit ‚Aktuellem‘ zu bereichern und die berufliche Orientierung zu unterstützen.

    Die Veranstaltung beginnt mit einem 45-60 minütigen Fachvortrag, die anschließende Diskussion klingt aus im lockeren Gespräch mit Umtrunk und Imbiss. Die sog. Alte Bibliothek der HAWK, ein im Kern mittelalterliches Fachwerkhaus im Hof von Brühl 20 in Hildesheim, bietet dazu den ansprechenden Rahmen.

    Im Wintersemester 2012/13 sprachen in der Reihe „Hornemann Kolleg 1: aus der Region“ folgende Wissenschaftler/innen:

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  • Konferenzen
    Regelmäßige Tagungen erweitern das Lehrangebot an der HAWK. Aus diesem Grund konzipierte Prof. Dr. Ursula Schädler-Saub in Zusammenarbeit mit Dr. Angela Weyer vom Hornemann Institut 2012 eine internationale Tagung zum Thema Denkmalpflege in Mitteleuropa zur Zeit des Eisernen Vorhangs und heute. Hauptpartner bei der Konferenz vom 25. - 28. September 2013 ist ICOMOS, der Internationale Rat für Denkmalpflege.
    Die Tagung will das jüngste und meist vernachlässigte Kapitel der Geschichte der mitteleuropäischen Denkmalpflege nach 1945 beidseits des Eisernen Vorhangs anhand thematischer Schwerpunkte und verschiedener Akteure in mehreren Staaten vorstellen. Die Beiträge werden die Bedeutung dieser Epoche für den heutigen Denkmalbestand und für unser aktuelles Geschichtsverständnis analysieren.
    Außerdem wird die Tagung erstmals die Ergebnisse eines mehrjährigen Forschungsprojekts von Prof. Dr. Ursula Saub (HAWK) und Prof. Dr. Thomas Danzl (Dresden) vorstellen, das zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands die Grundsatzüberlegungen und die Praxis der Denkmalpflege im geteilten Deutschland erforschte, mit ihren Auswirkungen auf das denkmalpflegerische Handeln im wiedervereinten Deutschland.
    Das Hornemann Institut unterstützt sowohl das Projekt wie auch die Tagung.


Sonstiges

  • Forschung: Barock in Hildesheim
    2012 startete das Institut ein Projekt zur kunstwissenschaftlichen Erforschung der Architektur und Raumausstattung Hildesheims zur Barockzeit.
    Als kultureller Höhepunkt Hildesheims gilt das Mittelalter, insbesondere die Zeit Bischof Bernwards um 1000. Aber auch im Barock erlebte Hildesheim eine bislang kaum erforschte Blüte, wenn auch deren Zeugnisse im Zweiten Weltkrieg stark dezimiert, z. T. auch in den Landkreis transferiert wurden. Aber die erhaltenen Beispiele sind häufig hochrangig. Oftmals wurden sie geschaffen von auswärtigen Künstlern, u.a. aus Süddeutschland und Italien. Dazu haben die politischen Verbindungen mit dem Rheinland und Bayern beigetragen.
    In diesem Jahr haben wir eine Datenbank mit allen in der Literatur erwähnten Werken, über 300 Objekte, angelegt und damit die künstlerischen Werke der in Hildesheim tätigen Künstler dokumentiert. Es gilt, auf dieser Grundlage kunstwissenschaftlich weiter zu forschen.
    In einem letzten Schritt werden die künstlerischen und kulturellen Verflechtungen Hildesheims mit anderen Zentren und Regionen herausgearbeitet. Am Projektende steht ein genaueres Verständnis der Stellung Hildesheims als Kunstzentrum dieser Epoche in Form eines Buches in der Schriftenreihe des Hornemann Instituts.
  • Website-Projekte mit Studierenden
    Im Rahmen von Website-Projekten bietet das Hornemann Institut Studierenden die Möglichkeit zum Kennenlernen und Einsatz der Open-Source-Software Lepton und Erfahrungen in der Umsetzung von bilderreichen Internet-Projekten.
    • 2012 wurde von Studierenden unter professioneller Anleitung die Web-Präsenz des Deutschen Vereins für Kunstwissenschaft e. V. (DVfK) mithilfe eines frei verfügbaren Content Management Systems (CMS) neu eingerichtet: http://www.dvfk-berlin.de/. Durch das neue CMS wird es dem Verein möglich sein, die Website in Zukunft leichter eigenständig zu aktualisieren und zu pflegen. Ein interner Mitgliederbereich kann die gemeinsame Arbeit an unterschiedlichen Projekten ermöglichen.
    • Ebenfalls 2012 wurde mit Studierenden die Präsentation einer Fotodokumentation zum Projekt Spätgotische Chorgestühle in Siebenbürgen unter Leitung von Prof. Dr. Gerdi Maierbacher-Legl realisiert.
    • Schließlich wurde für eine mit dem Hildesheimer Lions-Preis 2013 ausgezeichnete Master-Thesis (Constanze Grabs / Anna Haas: Grundsatzüberlegungen und Techniken zur Ergänzung von Fehlstellen in furnierten Möbeln mit transparentem Überzug) eine Online-Umfrage zum Thema der Fehlstellenergänzung an Möbeln erstellt.
  • Überarbeitungen der Serviceleistungen auf der Website
    Die Service-Leistungen des Instituts wurden nicht allein inhaltlich und technisch an die organisatorischen Veränderungen angepasst und aktualisiert, sondern von Lisa Miethe M.A. nochmals von Grund auf geprüft, etwas umstrukturiert und mit der Sektion „wissenschaftlicher Film“ weiter ausgebaut.
  • Auf Spurensuche im UNESCO-Welterbe
    Der achte Welterbetag am Sonntag, den 3. Juni 2012, fand unter dem Motto „Auf Spurensuche im UNESCO-Welterbe“ statt. Dies nahm das Hornemann Institut zum Anlass, einen neuen Rallyebogen für Kinder zum Hildesheimer Welterbe zu erarbeiten. Die Fragen auf dem Bogen nehmen auf die aktuelle Situation Bezug, dass nämlich der Dom zurzeit nicht öffentlich zugänglich ist und sich die Christussäule in St. Michaelis befindet. So führt ein bunter Fragenmix kleine Forscher und Forscherinnen durch die Weltkulturerbekirche
    St. Michaelis sowie zu Kunstschätzen am Hildesheimer Dom und vermittelt auf spielerische Weise Wissenswertes zum Welterbe in Hildesheim.
    Die Rallyebögen wurden von der Hildesheimer Marketing Gesellschaft gestaltet und gedruckt. Zudem stehen sie auf der Website des Instituts zum kostenlosen Download bereit.